Sofortrente

Die Sofortrente ist eine Form der privaten Rentenversicherung, bei welcher gegen Zahlung eines Einmalbetrags eine lebenslange monatliche Rente ausgezahlt wird. So können Ruheständler sicherstellen, das ihr Kapital für das ganze Leben reicht. Eine Sofortrente bietet sich immer dann an, wenn Geld aus einer Lebensversicherung, Erbschaft oder einem Hausverkauf zur Verfügung steht. Diese ist auch ideal für Personen, die sich bisher noch keine Gedanken über eine private Altersvorsorge gemacht haben. Der große Vorteil dabei ist, dass die Rente auch dann garantiert ist, wenn die Summe der Auszahlungen den Einzahlungsbetrag übersteigt.

Vorteile der Sofortrente:

  • Lebenslange Mindestrente ist garantiert
  • Durch Überschüsse höhere Rentenleistungen möglich
  • Nach Vertragsschluss werden die Renten automatisch ausgezahlt
  • Es muss nur der Ertragsanteil versteuert werden

Nachteile der Sofortrente:

  • Damit sich die Sofortrente lohnt müssen Versicherte sehr alt werden
  • Nach der Entscheidung für einen Anbieter ist das Kapital dauerhaft gebunden
  • Hinterbliebenenschutz verringert die Rentenzahlung
  • Wie funktioniert die Sofortrente?
Die Funktionsweise bei der Sofortente ist relativ simpel. Der Kunde zahlt einen größeren Betrag – in der Regel ab 50.000 Euro – in einen Versicherungsvertrag ein. Im Gegenzug zahlt der Versicherer ab sofort eine lebenslange, monatliche Rente. Diese setzt sich aus einer garantierten Rentenleistung und den erwirtschafteten Überschüssen zusammen. Letztere können jedoch nur prognostiziert werden. Verbraucher sollten sich bei einem Vergleich deshalb immer an der garantierten Rente orientieren.

Der Hauptvorteil einer Sofortrente liegt in der lebenslangen Auszahlungsdauer. Im Gegensatz zu einem Bankauszahlplan oder einem Fondsauszahlplan, bei denen das Geld irgendwann aufgebraucht ist, ist die Bezugsdauer der Sofortrente nicht begrenzt. Diese Garantie hat in der Praxis jedoch auch ihren Preis. Versicherer kalkulieren die Rentenhöhe zumeist auf einer Lebenserwartung von 90 Jahren. Zudem ist beim niedrigen Garantiezins von 1,25 Prozent und dem allgemein schwachen Zinsniveau nicht mit einer Rentenerhöhung zu rechnen. Somit handelt es sich bei der Sofortrente immer auch um eine Wette auf ein langes Leben.

Auszahlungsmöglichkeiten der Sofortrente

Was den Rentenbezug betrifft können Versicherte zwischen drei unterschiedlichen Varianten wählen: die konstante, volldynamische und teildynamische Sofortrente. Diese Möglichkeiten werden bei nahezu allen Tarifen angeboten.

Konstante Sofortrente

Bei der konstanten Sofortrente erhält der Versicherte über den gesamten Zeitraum eine gleichbleibend hohe Rente. Die prognostizierten Überschüsse werden bei dieser Variante bereits zu Beginn in die Rentenleistung eingerechnet. Aus diesem Grund ist der ausgezahlte Betrag am Anfang höher als bei einer teil- oder volldynamischen Sofortrente.

Bei der konstanten Sofortrente ergeben sich zwei Nachteile. So nimmt die Kaufkraft der Rente aufgrund der Inflation von Jahr zu Jahr ab. Ausgehend von einer 2-prozentigen Inflation ist eine Rente von 1.000 Euro nach 10 Jahren nur noch 820 Euro wert. Zudem muss der Versicherte immer mit einer Kürzung der Rente rechnen, falls die Überschüsse geringer ausfallen als zunächst erwartet. Sicher ist lediglich der garantierte Betrag.

Volldynamische Sofortrente

Wer sich für eine volldynamische Sofortrente entscheidet erhält zunächst nur den garantierten Rentenbetrag ausgezahlt. Die Anfangsrente ist deshalb geringer als bei einer konstanten Sofortrente. Die vom Versicherer erzielten Überschüsse werden dem Kunden jährlich gutgeschrieben, sodass sich die Rentenleistung kontinuierlich erhöht. Dies führt automatisch zu einem gewissen Inflationsschutz. Allerdings gibt es keine Garantie, um welchen Betrag sich die Rente tatsächlich steigert. Dies hängt immer davon ab, wie erfolgreich der Versicherer wirtschaftet.

Zu Rentenkürzungen kann es bei dieser Variante nicht kommen. Der garantierte Rentenbetrag plus die bereits erwirtschafteten Überschüsse können nicht gekürzt werden. Deshalb ist die volldynamische Sofortrente die von den meisten Experten und Verbraucherschützern empfohlene Form der Sofortrente.

Teildynamische Sofortrente

Bei der teildynamischen Sofortrente handelt es sich um eine Kombination der beiden zuvor genannten Auszahlungsformen. Ein Teil der Überschüsse wird bereits im Vorfeld eingerechnet, sodass der monatliche Betrag etwas höher ist als beim volldynamischen Bezug. Im Gegenzug fallen dann die Rentenerhöhungen entsprechend geringer aus, da nur ein Teil der Überschüsse hierfür zur Verfügung steht. Rentenkürzungen wären bei der teildynamischen Sofortrente deshalb theoretisch möglich.

Sofortrente mit Hinterbliebenenschutz

Die Sofortrente lohnt sich besonders dann, wenn der Versicherte ein hohes Alter erreicht. Bei einem frühen Tod gewinnt immer das Versicherungsunternehmen. Um dies zu umgehen kann ein Hinterbliebenenschutz in die Sofortrente integriert werden. Hierfür werden je nach Versicherer unterschiedliche Modelle angeboten:

Beitragsrückgewähr: Verstirbt der Versicherte erhalten die Hinterbliebenen das ursprünglich eingezahlte Kapital abzüglich der bereits gewährten Rentenleistungen ausgezahlt.

Rentengarantiezeit: Hier wird beim Abschluss des Vertrags eine Rentengarantiezeit vereinbart. Denkbar wäre beispielsweise ein Zeitraum von 10, 15 oder 20 Jahren. Die Garantiezeit beginnt immer mit der ersten Rentenzahlung. Sollte der Versicherungsnehmer sterben, wird die Rente bis zum Ende der Rentengarantiezeit an die Hinterbliebenen ausgezahlt.

Hinterbliebenenrente: Im Todesfall erhält. die Partnerin bzw. der Partner die Rente lebenslang weitergezahlt. Diese fällt dann allerdings etwas geringer aus.