Lohnt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten?

Student im RollstuhlViele Studenten beschäftigen sich nicht mit Versicherungen, teilweise auch zurecht. Jeder weiß, dass man eine Privathaftpflicht haben sollte aber ansonsten lohnen sich Versicherungen für Studenten in vielen Fällen nicht.

Als Student oder Azubi muss man zudem sehr stark auf seine Ausgaben achten, da kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) schon das Budget im Monat sprengen. Doch was soll man jetzt als Student tun? Zuerst ist es wichtig, sich zuerst einmal über diese Art der Arbeitskraftabsicherung zu informieren und sich von Experten beraten zu lassen.

Die tarifini.de Redaktion rät, sich zusätzlich vor dem kostenlosen Beratungsgespräch selbst etwas zu informieren, damit man besser auf Fragen und Hinweise der Versicherungsexperten eingehen kann.

Obwohl Stiftung Warentest und die Verbraucherzentralen dringend Berufstätigen dazu raten, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschliessen, können sich nicht alle diese Arbeitskraftabsicherung leisten. Studenten und Azubis haben den großen Vorteil, dass die Kosten in Ihrem jungen Alter für eine BU noch sehr günstig sind. Daher lohnt sich diese Versicherung besonders für junge Leute.

Berufsunfähigkeitsversicherung kann jeden treffen

Junge Menschen beschäftigen sich nur ungern mit dem Thema Berufsunfähigkeit. Das Risiko aufgrund einer Krankheit nicht mehr arbeiten zu können scheint weit weg und wird von den meisten Studenten unterschätzt. Dabei besteht auch während des Studiums nicht zuletzt aufgrund des hohen Leistungsdrucks die Gefahr, dass es aufgrund einer psychischen Erkrankung oder eines Unfalls zu einer Berufsunfähigkeit kommt. Denkbar wäre auch, dass beispielsweise ein Chemiestudent aufgrund einer plötzlich auftretenden Allergie später nicht wie geplant als Chemiker arbeiten kann. In diesem Fall hätte der Student Anspruch auf die Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung. Dies gilt auch für den Zeitraum, bis eine anderweitige Anstellung gefunden wurde.

Braucht ein Student eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Antwort lautet nein! Die Wahrscheinlichkeit, als Student berufsunfähig zu werden ist sehr gering. Zudem kostet eine gute BU Versicherung auch mind. 30,- Euro, trotz bester Voraussetzungen. Ob man als Student jetzt im Jahr fast 400 Euro für diese Versicherung übrig hat, ist unwahrscheinlich. ABER: Je früher man diese Art der Arbeitsabsicherung abschliesst, desto günstiger wird es auf Dauer. Es kann also durchaus auch Sinn machen, schon als Student oder Azubi eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu haben, da die Beiträge dadurch im späteren Verlauf günstiger sind. Schliesst man z.B. eine BU als Student mit 25 Jahren ab und ist gesundheitlich fit, so zahlt man bei einer Laufzeit bis zum 67. Lebensjahr und einer monatlichen Berufsunfähigkeitsversicherungrente ca. 30 Euro im Monat. Steigt man mit 30. Jahren nach dem Studium in einem Beruf ein, der sehr stressig ist und wo die Wahrscheinlichkeit einmal berufsunfähig zu sein hoch ist, so wird sich der Betrag mindestens verdoppeln. Rechnet man das dann auf die Laufzeit von 30-35 Jahren hoch, so kann sich ein Abschluss jetzt schon sehr lohnen.

Studenten haben keinen Anspruch auf staatliche Hilfe

Wer als Student für die geplante Tätigkeit berufsunfähig wird, kann von staatlicher Seite keine Hilfe erwarten. Anspruch auf die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung besteht nur dann, wenn vor dem Studium ein mindestens fünfjähriges Arbeitsverhältnis bestand. Zudem müsse über einen Zeitraum von drei Jahren Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse einbezahlt worden sein. Ohne die zusätzliche Absicherung droht bei einer Berufsunfähigkeit das Abrutschen in Hartz IV.

Wovon hängt die Höhe der Berufsunfähigkeitsbeiträge ab?

Im Normalfall hängt die Höhe der Berufsunfähigkeitsbeiträge von drei Faktoren ab:

Alter des Versicherungsnehmers

Gewünschte Höhe der Berufsunfähigkeitsrente

Gesundheitlicher Zustand des Versicherungsnehmers

Punkt 1 und Punkt 3 sind dabei häufig von einander abhängig, da je älter ein Versicherungsnehmer ist, desto schlechter ist sein Gesundheitszustand und desto wahrscheinlicher sind Vorerkrankungen. Als Student ist man häufig noch ohne gesundheitliche Probleme und relativ jung, daher sind die Beiträge für Studierende vergleichsweise günstig. Auch die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente spielt eine wichtige Rolle bei der Beitragsberechnung. Je höher die gewünschte Rente im Falle einer Berufsunfähigkeit, desto höher die heutigen Beiträge. Experten raten dazu, die Berufsunfähigkeitsrente auf ca. 2/3 des aktuellen Nettoeinkommens zu setzen. Das reicht in der Regel aus, um mit Hilfe der zusätzlich vom Staat gestellten Erwerbsminderungsrente (ca. 1/3 des Nettoeinkommens) den eigenen Lebensstandard dauerhaft zu halten. Als Mindestbetrag werden jedoch ca. 1500,- Euro Berufsunfähigkeitsrente empfohlen.

Besten Berufsunfähigkeitsversicherungen für Studenten im Test

Von der Zeitschrift Finanztest wurden in der Ausgabe 03/2012 spezielle Berufsunfähigkeitsversicherungen für Studenten unter die Lupe genommen. Dabei wurden 24 Tarife ermitteln, welche die gestellten Vorgaben erfüllen. Die Tarife leisten immer dann, wenn der Versicherte aufgrund Krankheit, Unfall oder Kräfteverfall den angestrebten Beruf nicht mehr ausüben können. Auf eine Erwerbsunfähigkeitsklausel wird dabei komplett verzichtet. Dazu beinhalten alle Tarife eine Nachversicherungsgarantie und kommen ohne abstrakte Überweisung auf.

Modellkunde war eine 20-jährige BWL Studentin ohne Vorerkrankungen und Beeinträchtigungen. Im Versicherungsfall wird eine monatliche Rente von 1.000 Euro bis zum 67. Lebensjahr gezahlt. Die monatliche Rente ist garantiert, während sich die Beitragshöhe aufgrund von Überschüssen reduzieren können.

Günstigsten BU Tarife im Test:

  1. Barmenia (Tarif Solo BU L3327 VR)
  2. Allianz (Tarif SBU oder BUZ)
  3. Alte Leipziger (Tarif SBU BV10)
  4. Ergo Direkt (Tarif SBU N25)
  5. HDI Gerling (Tarif SBU BV1201)
  6. Huk-24* (Tarif BUZ)

*nicht in unserem kostenlosen Vergleich vertreten

Finanztest stellt deutliche Ersparnisse für Studenten fest

Wer möglichst früh eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, spart über die gesamte Laufzeit gesehen jede Menge Geld. Dies hat Finanztest anhand verschiedener Beispiele errechnet. Angenommen ein 20-jähriger Student der Betriebswirtschaftslehre schließt mit 20 Jahren eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Der Student würde in diesem Fall in die günstigste Berufsgruppe eingestuft und zahlt über die gesamte Laufzeit bis zum 67. Lebensjahr eine Prämie von monatlich 405 Euro. Diese summiert sich insgesamt auf rund 19.000 Euro. Würde er erst mit 30 Jahren in den Vertrag einsteigen belaufen sich die Gesamtprämien trotz deutlich kürzerer Laufzeit auf insgesamt 19.300 Euro. Somit bietet die Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten einen 10 Jahre längeren Schutz und kostet insgesamt sogar noch weniger.

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Starterpolicen sind nur bedingt zu empfehlen

Im großen Test von Finanztest befanden sich auch 15 sogenannte Starter Policen, welche mit einer besonders günstigen Einstiegsprämie locken. Da die Gefahr berufsunfähig zu werden in jungen Jahren gering ist, sind die Beiträge entsprechend niedrig. Dafür erhöht sich die Prämie je nach Versicherer jährlich oder alle fünf Jahre. Die Policen bieten die Möglichkeit, nach einer gewissen Zeit ohne erneute Gesundheitsprüfung in einen normalen Vertrag zu wechseln. Allerdings sind die Prämien dann zumeist höher, als wenn gleich mit einer klassischen Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten begonnen wird.

Dies lässt sich ebenfalls an einem kleinen Beispiel darstellen. Für den Modellkunden kostet eine Police mit 1.000 Euro Rente und einer Laufzeit bis zum 67 Lebensjahr beim Versicherer Barmenia monatlich 49 Euro. Eine Starterpolice mit den gleichen Leistungen wird zu Beginn für eine monatliche Prämie von 14 Euro angeboten. Bis zum 56. Lebensjahr würden sich die Beiträge bei der Starterpolice jedoch auf rund 206 Euro erhöhen. So zahlt der Versicherte später die Zeche für die zu Beginn günstigeren Beiträge. Können diese nicht mehr bezahlt werden geht der Versicherungsschutz verloren, wenn das Risiko auf eine Berufsunfähigkeit am größten wird.

Auf die Bedingungen bei BU achten

Natürlich ist der Preis ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für einen bestimmten Tarif. Dennoch sollten Studenten vorab auch einen genauen Blick aufs Kleingedruckte werfen. Bei einigen Policen besteht während des Studiums nur ein reduzierter Schutz gegen Erwerbsunfähigkeit. In diesem Fall wird eine Leistung nur dann erbracht, wenn der Versicherungsnehmer überhaupt keinen Beruf mehr ausüben kann.

Wichtig ist zudem, dass die Vertragsbedingungen eine Nachversicherungsgarantie vorsehen. So lässt sich der Vertrag nach dem Studium oder bei veränderten Lebensverhältnissen wie Hochzeit oder Geburt eines Kindes ohne erneute Gesundheitsprüfung anpassen. Alternativ kann beim Abschluss der Police vereinbart werden, dass Beitrag und Rentenhöhe in bestimmten Abständen automatisch angepasst werden. Eine solche Dynamik kann jedoch auf Dauer sehr teuer werden und ist unflexibler wie eine Nachversicherungsgarantie.

Gute Policen verzichten auch bei der Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten auf eine abstrakte Verweisung. Ist dies nicht der Fall, kann der Versicherte auf eine anderweitige Tätigkeit verwiesen werden, die trotz Invalidität noch ausgeübt werden kann.

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Hier gibt nützliche Artikel zum Thema:

https://www.test.de/Berufsunfaehigkeitsversicherung-Top-Schutz-fuer-Azubis-und-Studenten-4329841-0/

https://www.n24.de/n24/Wissen/Finanzen/d/1685794/sinnvoller-schutz-fuer-studenten.html

https://www.berufsunfaehigkeitsversicherung-test.de/berufsgruppen/studenten

https://www.welt.de/welt_print/finanzen/article9280062/Eine-Berufsunfaehigkeitsversicherung-ist-schon-fuer-Studenten-ein-Muss.html


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