Ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko, sich im Alltag zu verletzen. Ein kleiner Ausrutscher kann gravierende Folgen für sie haben. Deshalb ist eine Unfallversicherung für Senioren naheliegend. Wer etwa nach einem unglücklichen Missgeschick nun nur noch schwer Treppen steigen kann, erhält von seinem Versicher einen neuen Treppenlift. Ohne Absicherung wäre das eine teure Angelegenheit, die möglicherweise gar nicht auf Anhieb gestemmt werden könnte.

In Deutschland sorgen deshalb nach Angaben des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft fünf Millionen Senioren privat gegen Unfälle vor. Doch weil so mancher Rentner seine Versicherung vor dem Abschluss nicht kritisch genug prüft, zahlt er zu viel Geld, ohne überhaupt einen optimalen Leistungsschutz für den Fall der Fälle zu genießen. Denn in einer Unfallversicherung für Senioren sind – anders als häufig irrtümlich angenommen – nicht alle Arten von Verletzungen automatisch eingeschlossen. unfallversicherungen-test.net klärt Sie deshalb auf, welche Unfallversicherungen für Senioren empfehlenswert sind.

Ist eine Unfallversicherung für Senioren überhaupt sinnvoll?

Glückliches älteres PaarPauschal lässt sich die Notwendigkeit einer Unfallversicherung für Senioren schlecht beurteilen. Es gibt jedoch Vor- und Nachteile einer solchen Police, auch können manche Rentner einen solchen Schutz besser gebrauchen als andere.

Häufig verletzen sich ältere Menschen durch einen Sturz, wenn sie plötzlich die Kontrolle über ihren Körper verlieren. Das kann in Folge eines Herzinfarkts, Schlaganfalls oder durch Unterzuckerung passieren. Manche Versicherer kommen in einem solchen Fall für die Unfallschäden auf, doch andere wiederum schließen Erstattungen bei Unfällen durch körperliches „Versagen“ explizit aus. Stattdessen sind nach den Versicherungsbedingungen der Unfallversicherung für Senioren oftmals nur Verletzungen abgedeckt, die durch äußere Umstände entstanden sind.

Das ist etwa der Fall, wenn ein älterer Mensch auf einer Bananenschale ausrutscht und sich dabei einen Oberschenkelhalsbruch zuzieht. Weil sich Rentner jedoch häufiger durch eine „inneren“ Ursache verletzen, sind solche Unfallversicherungen für Senioren weniger sinnvoll. Verbraucherschützer kritisieren außerdem, dass sich die vereinbarte Einmalzahlung nach einem Unfall in vielen Fällen hinzieht. Bis die Unfallschäden anerkannt sind, hat sich der Senior auch manchmal ein wenig erholt, so dass die Leistungen entsprechend geringer ausfallen.

Senioren können von Unfallversicherung profitieren

Wer in seiner Freizeit auch im hohen Alter noch ein risikoreiches Hobby ausübt, kann eine Absicherung in der Regel gut gebrauchen. Auch alleinstehende Senioren, die sich nicht auf familiäre Unterstützung verlassen können, sind mit einer vernünftigen Unfallversicherung für Senioren gut beraten. Sie leistet im Unfallsfall eine einmalige Zuschuss für notwendige Anschaffungen oder stockt regelmäßig die monatliche Rentenzahlung auf. Nach Einschätzung der Verbraucherzeitschrift Öko-Test ist eine einmalige Zahlung nach einem Unfall für schwer verletzte Senioren besser geeignet als eine Rente, die für eine nicht absehbare Zeit ausgezahlt wird.

Welche Leistungen muss eine Unfallversicherung für Senioren abdecken?

Ohne eine Unfallversicherung kommen auf Senioren, die nach einer Verletzung nicht mehr komplett für sich selbst sorgen können, hohe Kosten zu. Besonders, wenn die eigenen Verwandten keine Hilfe leisten können oder möchten. Allein für die einmalige Reinigung der Wäsche oder Wohnung werden pro Stunde 25 bis 30 Euro fällig. Weil viele kleine unterstützende Arbeiten anfallen, summieren sich die Kosten pro Monat schnell auf mehrere Hundert Euro. Deshalb umfasst eine gute Unfallversicherung für Senioren laut Stiftung Warentest mindestens die Übernahme von Hilfeleistungen. Diese sind neben der regelmäßigen Reinung etwa Menü- und Begleitservice und eine Unterstützung beim Einkauf. Auch Pflegeleistungen und ein 24-Stunden-Notruf sollte der Anbieter nach der Empfehlung des Verbraucherinstituts bereitstellen. Auch nach Einschätzung der Öko-Test sind solche unterstützenden Diensleistungen wichtiger als finanzielle Zuschüsse bei einer Invalidät.

Das Kleingedruckte lesen

Hierbei sollten sich die Senioren jedoch nicht von Versprechungen blenden lassen. Denn oftmals sind zwar Hilfeleistungen im Vertrag enthalten, doch bei genauerem Hinsehen ist die Unterstützung nur eingeschränkt oder zeitlich begrenzt. Bei der Unfallversicherung für Senioren arbeiten die Versicherer nämlich mit Hilfsorganisationen wie Maltesern oder Johannitern zusammen. Diese liefern etwa warme Mahlzeiten oder leisten bei schwereren Verletzungen auch die Pflege des Betroffenen. Auf keinen Fall sollte sich die Leistung der Versicherung nur darauf beschränken, eine Vermitllung zu einem solchen Unternehmen herzustellen. Auch die eigentliche Leistung sollte in den Schutz inbegriffen sein – wenn nicht komplett, zumindest zu einem Großteil. Noch wichtiger ist jedoch, dass die Unterstützung bei Pflegeleistungen im Alltag für mindestens sechs Monate in vollem Umfang gewährleistet ist. Denn so kann die Zeit überbrückt werden, bis die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung für den unfallgeschädigten Senioren greift. Denn für den gesetzlichen Schutz muss der Versicherer erst in eine Pflegestufe eingeordnet werden, bis der Versicherungsschutz in Kraft tritt. Dies kann in Extremfällen bis zu einem halben Jahr dauern, so dass eine Unfallversicherung speziell für weniger finanzstarke oder alleinstehende Senioren bis zu diesem Zeitpunkt äußerst wichtig ist.

Wie in einem vorherigen Absatz schon angeklungen ist, sollten auch Stürze nach einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder durch Unterzuckerung abgedeckt sein. Auch eine Progression kann vereinbart werden. Sie steigert die Leistungen dynamisch, je schwerer die Verletzung ausfällt. Bei schwerwiegenden Einschränkungen sind die Auszahlungen dadurch deutlich höher, bei einer Invalidität bis zu 25 Prozent jedoch niedriger. Auch sollte bei einer Unfallversicherung für Senioren darauf geachtet werden, dass der Versicherungsschutz auch im hohen Alter weiter besteht. Denn Versicherer haben häufig ein Höchstversicherungsalter festgelegt: Wer zum Beispiel 85 Jahre alt wird, wird von einigen Unternehmen automatisch gekündigt. Doch der Unfallversicherer sollte auch für diejenigen Menschen sorgen, die nach seiner Einschätzung ein potentiell höheres Risiko haben, sich zu verletzen.

Besten Anbieter für Unfallversicherungen für Senioren

Neben der Leistung spielen für Senoren natürlich die Preise eine erhebliche Rolle bei der Entscheidung zu ihrer Unfallversicherung. Die Ergebnisse der Zeitschrift Finanztest 06/2013, herausgegeben durch die Stiftung Warentest, zeigen, dass eine Unfallversicherung für Senioren für unter 100 Euro im Jahr zu haben ist. Doch in der Realität zahlen Senioren oftmals 120 bis hin zu über 500 Euro, weil sie sich nicht umfassend über die verschiedenen Anbieter infomieren. Auch durch ein spätes Eintrittsalter in die Unfallversicherung zahlen viele Senioren hohe Beiträge. Deshalb nennen wir an dieser Stelle die Unternehmen, die von der Finanztest und Öko-Test ausgezeichnet wurden.

Die jüngste Untersuchung stammt von der Zeitschrift Öko-Test aus der Ausgabe Dezember 2014. Dabei wurden 26 unterschiedliche Tarife einer Unfallversicherung in Kombination mit Hilfeleistungen verglichen. Drei Tarife sind nach Ansicht der Öko-Test besonders empfehlenswert: Arag mit dem Tarif „Premium mit Unfall-Schutzbrief“ sowie die Interlloyd (Premium Plus mit Schutzbrief) sind die besten Anbieter, wenn es um die reinen Hilfeleistungen geht. Auf die Unfallversicherung bezogen zeichnet sich das XXL-Konzept mit Maxi-Taxe und Plus-Progression 500 % aus, welches die Interrisk aus Wiesbaden bereitstellt. Alle drei Unternehmen erhielten ingesamt das Qualitätsurteil „gut“.

Stiftung Warentest testet Unfallversicherungen für ältere Menschen

Bei der Untersuchung der Zeitschrift Finanztest 06/2013 kam eine große Leistungsspanne der Versicherer zum Vorschein. Während 7 Unternehmen nur wenig und 20 lediglich eingeschränkt zu empfehlen sind, gibt es ganze fünf Anbieter, die vollends überzeugen konnten. Diese sind:

  • Allianz, Tarif „60 Aktiv“, Jahresbeitrag für 65-Jährige: 158 Euro. Für 75-Jährige: 202 Euro.
  • Arag, Unfall-Schutzbrief, Jahresbeitrag für 65- und 75-Jährige jeweils 99 Euro
  • Bayerische: Notfallprogramm Variante Smart, Jahresbeitrag für 65- und 75-Jährige: 247 Euro
  • Ergo, Vital und Soforthilfe, Jahresbeitrag für 65-Jährige, 192 Euro. Für 75-Jährige: 211 Euro
  • Signal Iduna: Exklusiv-Aktiv (A6/A8), Jahresbeitrag für 65-Jährige: 78 Euro. Für 75-Jährige: 125 Euro.

Hierbei sollte jedoch beachtet werden, dass die Arag und Bayerische bei Unfällen durch Herz- oder Schlaganfall oder Unterzuckerung weniger günstige Vertragsbedingungen aufweist als die anderen drei Anbieter. Weitere Informationen zu den Bewertungen der Unfallversicherung finden Sie auch im Themenbereich Unfallversicherung Test.
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